LOST  (Entwurf)


Diese Geschichte bedarf noch einiger Änderungen, aber trotzdem möchte ich sie nicht vorenthalten.


Er wachte schweißgebadet in der Nacht auf. Wieder dieser Traum, der Traum der so entsetzlich und doch schön und voller Verlockungen war. Der Junge erzählte seinen Eltern von diesem Traum und der Stimme, die ihm sagte, dass er in den Wald kommen solle, um dort unermeßliche Schätze zu finden. Doch seine Eltern verboten ihm alleine in den Wald zu gehen, und schon gar nicht abseits des Weges zu laufen. So vergingen die Tage, doch in ihm erwuchs ein immer stärker werdendes Verlangen, das ihn in den Wald hineinzog.

Eines Tages hielt er es nicht mehr aus, er sagte einem Freund, dass er in den Wald gehen würde um die Schätze zu suchen. Doch dieser versuchte ihn davon abzubringen, aber trotz aller Bemühungen schaffte dieser es nicht. So ging er denn in den dunklen Wald, neben dem sein Heimat-Dorf lag, über die kleine morsche Brücke, die einen leise plätschernden Bach überspannte. Leise, aber bestimmt meinte er in dem Rauschen des Windes, welcher durch die hohen und alten Tannen fuhr, die flüsternde Stimme aus seinen Träumen wiederzuerkennen.

Sie mahnte ihn ihr zu folgen, hinein in die dunklen Schatten des Waldes. So wandte er sich vom sicheren Weg ab und ging vorsichtig immer weiter in die roten Schatten der Bäume. Mittlerweile hatte er jegliche Orientierung und Zeitgefühl verloren, doch das war ihm jetzt nicht mehr wichtig. Er wollte einzig und allein die Schätze finden, welche seiner Familie zu einem besseren Leben verhelfen würden. Da! Nun war die Stimme ganz deutlich zu hören, nicht mehr nur leise flüsternd, stärker, kratzender, tiefer. Nach ungezählten Stunden kam er zu einer Höhle. Über dem Eingang hingen Pflanzen wie Vorhänge. Ein gelblicher Schein, wie von einer Fackel, war tief in der Höhle zu erkennen.

Er hatte Angst, große Angst. Und in just diesem Augenblick als er die Angst spürte, war die Stimme wieder da. Sie sagte, er brauche keine Angst zu haben, hier sei es sicher. Und als sie dieses sprach, schälte sich ein Schatten aus den Bäumen heraus. Langsam wurde die Gestalt sichtbar. Sie sah aus wie ein hagerer Mann, bekleidet mit einem fetzigen Lederschurz. Seine Haut war hell und wirkte doch durch das Zwielicht des Waldes, dunkelrot. Doch sein Gesicht war schrecklich anzusehen. Er hatte große Spitze Ohren, wie Fledermausflügel, die Haare waren lang, strähnig und sehr dunkel. Die Wangenknochen des scharfen, spitz zulaufenden Gesichtes traten seltsam hervor.

Aber die Augen waren das Grauenvollste: Große dunkle Schatten, schwarz wie das Nichts, nur in der Mitte waren kleine rot Leuchtende Punkte zu sehen. Der Junge war starr vor Angst, er konnte kaum atmen, so sehr entsetzte ihn der Anblick dieses Geschöpfes. Ihm kamen Geschichten in den Sinn, die sein Vater ihm erzählt hatte, Geschichten von Wesen der Nacht und Dunkelheit.

Dies musste eines von ihnen sein, ein Troll. Wieder sprach der Troll zu dem Jungen, er solle keine Angst haben. Und wie durch einen Zauber wich die Angst von ihm und löste sich die Starre. Wieder sprach der Troll: "Du kennst mich. Kennst mich aus deinen Träumen. Und ich kenne dich. Ich weiß, dass du deiner Familie ein besseres Leben ermöglichen willst. Ich kann dir helfen. Auch wenn ich nicht danach aussehe, besitze ich eine Höhlenkammer voller wertvoller Schätze. Einen Teil davon überlasse ich dir. Wie alles aber nicht umsonst. Doch über den Preis reden wir, wenn ich dich zur Kammer geführt und dir meine Schätze gezeigt habe. Bist du damit einverstanden?"

Der Junge war sprachlos und nickte dem Troll zu. "Sehr gut, dann folge mir in mein Reich." Er ging ihm wortlos und vorsichtig hinterher, bis sie zu einer hölzernen Tür in der Höhle kamen. Hier stoppte das Wesen der Dunkelheit und fragte noch einmal: "Bist du dir sicher, dass du dieses willst?" Wieder nickte der Jüngling.

"Nun gut, es sei!", hauchte der Troll und öffnete bedächtig die Tür. "Tritt ein mein Lieber!" Der Junge tat, wie ihm geheißen und war überwältigt von dem Anblick uralter und enormer Schätze. Sie glänzten im Fackelschein wie tausend Sonnen. Er bückte sich um eine Krone aufzuheben. Doch als er sie berührte wurde plötzlich alles in tiefste Dunkelheit gehüllt.

Er hörte, wie das Schloss der Tür zuschnappte und dann nur noch das höhnische Lachen des Wesens, in dessen listige Netzen er sich verfangen hatte. Und dann kam Schwärze. Seine Eltern suchten verzweifelt nach ihm. Warum war er nur in den Wald gegangen?

Eines Tages wurde eine Flöte am Rand des Baches gefunden. Eine Flöte aus einem Knochen. Jeder der darauf spielte, wurde mit unwiderstehlichem Verlangen in den Wald hinein gerufen, voller Sehnsucht und Traurigkeit. Und manch ein Reisender konnte in den Tiefen des Waldes ein Flötenspiel und leises Wehklagen hören.


Wildest creatures sliver dreams
Which phantasy gave birth to once
A fairy-tale to make me shiver

Diary of Dreams - Never!Land